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Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
24. September 2005

Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V. würdigt erstmals vorbildliche Museumsarbeit - Härtsfeldmuseum in Neresheim, Weygang Museum in Öhringen und Stadtmuseum in Wendlingen als Preisträger ausgezeichnet
Andriof: Heimatmuseen sind Orte für eine lebendige Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart

Der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e. V., dessen Geschäftsführung beim Regierungspräsidium Stuttgart liegt, hat erstmals die vorbildliche Arbeit von Heimatmuseen ausgezeichnet. Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Vorbildliches Heimatmuseum“ sind das Härtsfeldmuseum in Neresheim (Ostalbkreis), das Weygang Museum in Öhringen (Hohenlohekreis) und das Stadtmuseum in Wendlingen (Landkreis Esslingen). „Die Heimatmuseen im Regierungsbezirk Stuttgart zeigen hervorragende Konzepte und eine qualifizierte Vielfalt mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten. Dabei widmet sich eine Vielzahl der Museen nicht nur dem Sammeln und Bewahren, sondern setzt ihre Schwerpunkte auf eine lebendige Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart“, betonte Regierungspräsident Dr. Udo Andriof am heutigen Dienstag in Neresheim.

Das Härtsfeldmuseum Neresheim bietet ausgezeichnete Einblicke in die Geschichte und Volkskultur der ehemaligen Oberamtsstadt Neresheim und des Härtsfelds. Besonders anerkannt wurde von der Jury das in sich schlüssige wissenschaftliche Museumskonzept durch die Museumsbeauftragte für den Ostalbkreis Heidrun Heckmann und Kreisarchivar Dr. Bernhard Hildebrand. Ein zusätzliches museumspädagogisches Angebot und ein Highlight bot im vergangenen Jahr die "Ötzi-Ausstellung". Besonders gewürdigt wurde die umfangreiche und sachkundige Arbeit vom Team der „Museumsfreunde“ und der hohe Anteil von Schülergruppen an den Besuchern. Mit dem Härtsfeldmuseum und seiner Sammlung von ländlichem Kulturgut aus mehreren Jahrhunderten ist in Neresheim ein Kleinod früherer Zeitgeschichte entstanden. Das Museum reicht über die Ortsgrenzen von Neresheim hinaus und ist ein Museum für das ganze Härtsfeld.

Das Weygang Museum in Öhringen zeigt in einem in sich schlüssigen wissenschaftlichen Museumskonzept die Bedeutung der Zinngießerei und die Persönlichkeit des Fabrikanten August Weygang und seiner Vorfahren. Das Heimatmuseum lädt darüber hinaus zur Auseinandersetzung mit der kulturellen wie industriellen Vergangenheit der Stadt ein. In den Wohnräumen finden sich Zeugnisse verschiedener Epochen, von Renaissance über Barock, Rokoko und Biedermeier bis zum Historismus. In der angeschlossenen Werkstatt werden nach alter Tradition Zinngeräte gegossen, graviert und restauriert. Die Besucher erhalten so einen lebendigen Eindruck von einem Handwerk, das sonst in Vergessenheit geraten würde. Neben der fachlichen Konzeption betonte die Jury die Begeisterung der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Fördervereins und die herzliche Aufnahme der Besucherinnen und Besucher in der „Wohlfühlatmosphäre“ des Museums.

Das Stadtmuseum Wendlingen wurde im September 2004 eröffnet. Die Exponate zeigen das Leben seit dem Mittelalter in drei sehr unterschiedlichen Stadtteilen, dem früh württembergisch gewordenen Städtchen Wendlingen, dem Rittergut Bodelshofen sowie der kleinen Landgemeinde Unterboihingen. Das Stadtmuseum erfüllt eine integrative Funktion für die Teilgemeinden Wendlingens. Die Jury lobte besonders das museumspädagogische Angebot eines halben Museumstages für alle 5. Klassen in Wendlingen und als weitere Aktivitäten das Museumsfest, ein Mostfest, das Sommerferienprogramm sowie die Möglichkeit des Brotbackens im alten Backhaus. Anerkennung fand die vorbildliche Arbeit des Museumsvereins, der die gesamte Museumsarbeit ehrenamtlich erbringt. Das Stadtmuseum ist schon nach kurzer Zeit zu einem unverzichtbaren Bestandteil im Kulturleben Wendlingens geworden.

„Maßgebend für die Auszeichnung ist vor allem die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung, die Dokumentation regionaler Entwicklungen und Besonderheiten sowie die lebendige Darstellung und Besucherfreundlichkeit. Außerdem weisen die Museen ein starkes ehrenamtliches Engagement auf“, erklärte der Vorsitzende des Arbeitskreises, Hans Heinz MdL. Der Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum“ wird künftig alle zwei Jahre vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. veranstaltet. Die vom Arbeitskreisvorsitzenden Hans Heinz MdL bestellte Jury hatte die Preisträger unter einer Reihe hervorragender Bewerbungen ausgewählt. Sachverständige Mitglieder der Jury waren u.a. Dr. Beate Krieg, Volkskundlerin und Kulturreferentin beim Bildungs- und Sozialwerkes des Landfrauenverbandes Württemberg-Baden, und Dr. Gustav Schöck, Oberkonservator in der Landesstelle für Volkskunde im Württembergischen Landesmuseum.

Die mit jeweils 1.000 Euro dotierten Preise wurden vom Stuttgarter Regierungspräsidenten Dr. Udo Andriof und dem Vorsitzenden Hans Heinz im Rahmen einer Feierstunde am heutigen Abend in Neresheim verliehen.

Information zu den preisgekrönten Museen

Härtsfeldmuseum Neresheim
Das Härtsfeldmuseum ist im ehemals Oettingen-Wallerstein'schen Vogthaus von 1628 eingerichtet. Die Ausstellung bietet Einblicke in Geschichte und Kultur der Stadt Neresheim und des Härtsfeldes: Funde der Merowingerzeit beleuchten die Siedlungsgeschichte; Siegel, Urkunden und Stadtbücher von 1405 und 1518 geben Aufschluss über die Stadtentwicklung. Eine Apothekeneinrichtung aus dem 19. Jahrhundert, Möbel aus der Biedermeierzeit, eine bäuerliche Küche und Schlafstube, Härtsfelder Trachten und landwirtschaftliches Gerät vergegenwärtigen Leben und Arbeiten in alter Zeit.
© Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg, Stuttgart


Weygang Museum Öhringen
Das nach Umbauarbeiten 1999 wieder eröffnete Weygang-Museum verdankt seine Entstehung einer Stiftung des Zinnfabrikanten August Weygang an die Stadt Öhringen, der mit seiner Frau eine Sammlung mit Zinn und Fayencen, vorwiegend aus dem späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, sowie Zeugnisse der Volkskultur aus Hohenlohe-Franken zusammentrug. Mit einbezogen ist die Mustersammlung des traditionsreichen Handwerksbetriebs, daneben historische Werkzeuge samt Schmelzofen. Das Museum wurde im ehemaligen Wohn- und Geschäftshaus Weygangs eingerichtet und 1953 eröffnet. Zur Stiftung gehörte auch das im Haus vorhandene Mobiliar, das einen Einblick in die bürgerliche Wohnkultur im ländlichen Raum aus der Zeit um 1900 gibt. Ein eigenständiger Ausstellungsbereich widmet sich mit archäologischen Funden der Vor- und Frühgeschichte des Öhringer Raums. Angegliedert ist die bis heute betriebene Weygang-Zinngießerei, in der die Besucher dem Zinngießermeister bei der Arbeit über die Schulter sehen können.
© Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg, Stuttgart


Stadtmuseum Wendlingen
Im September 2004 wird das Stadtmuseum im barocken Pfarrhaus neu eröffnet. Die Exponate zeigen das Leben seit dem Mittelalter in drei sehr unterschiedlichen Stadtteilen, dem früh württembergisch gewordenen Städtchen Wendlingen, dem Rittergut Bodelshofen sowie der kleinen Landgemeinde Unterboihingen. Wie ein roter Faden zieht sich die Frage nach der Bedeutung von Verkehrswegen durch die Ausstellung. Ob Römerstraße, Pilgerweg, Flößerei auf dem Neckar, Eisenbahn oder Autobahn. Eng waren diese Faktoren mit der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt verbunden. Dargestellt wird in diesem Zusammenhang die weit über Württemberg hinaus wirkende Textil- und Möbelindustrie des 19. und 20. Jahrhunderts in Wendlingen. Neben der Ausstellung kann das Back- und Waschhaus sowie der Garten mit Gartenlaube besichtigt werden. In einem späteren Schritt ist die Einrichtung einer mittelalterlichen Drittelscheuer mit Exponaten zu Landwirtschaft und Handwerk sowie eine Egerländer Heimatstube geplant.
© Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg, Stuttgart

>Festrede anlässlich der Verleihung der Preise »Vorbildliches Heimatmuseum« durch den Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart am 27. September 2005 in Neresheim