Start

Wir über uns

Mitgliedsvereine

Veranstaltungen

Ehrung 2002
Ehrung 2003
Ehrung 2004
Ehrung 2005
Ehrung 2006
Ehrung 2007
Ehrung 2008
Ehrung 2009
Ehrung 2010
Ehrung 2011
Ehrung 2012
Ehrung 2013
Ehrung 2014
Ehrung 2015
Ehrung 2016
Ehrung 2017

Heimatmuseum 2005
Heimatmuseum 2007
Heimatmuseum 2009
Heimatmuseum 2011
Heimatmuseum 2013
Heimatmuseum 2015

Heimattage

Wettbewerbe

Kontakt

Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
19. Oktober 2015

Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart - Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum“
FilderStadtMuseum in Filderstadt-Bonlanden, Stadtmuseum Gerlingen und Haus der Stadtgeschichte Waiblingen als Preisträger ausgewählt
Preisverleihung am 19. Oktober 2015 in Filderstadt durch Regierungspräsident Johannes Schmalzl und den stellvertretenden Vorsitzenden des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. Gunter Dlabal


Regierungspräsident Johannes Schmalzl und der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. Gunter Dlabal zeichneten gemeinsam im Rahmen eines Festaktes zum sechsten Mal die vorbildliche Arbeit von Heimatmuseen aus. Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs „Vorbildliches Heimatmuseum“ im Regierungsbezirk Stuttgart sind das FilderStadtMuseum in Filderstadt-Bonlanden (Kreis Esslingen), das Stadtmuseum Gerlingen (Kreis Ludwigsburg) und das Haus der Stadtgeschichte Waiblingen (Rems-Murr-Kreis).

„Maßgebend für die Auszeichnung waren die lebendige Darstellung und Besucherfreundlichkeit, das ehrenamtliche Engagement sowie insbesondere ein wissenschaftliches Konzept, das vor allem die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung berücksichtigt“, erklärte der stellvertretende Vorsitzende des Arbeitskreises, Gunter Dlabal.

"Wer heutzutage - vor allem auch junge - Menschen für ein Heimatmuseum interessieren möchte, benötigt mehr als ein paar Räume mit Ausstellungsstücken. Er braucht vielmehr ein ausgeklügeltes Konzept das unter anderem beinhaltet, was mit welcher Zielsetzung gezeigt werden soll", betonte Regierungspräsident Johannes Schmalzl.

Der Wettbewerb „Vorbildliches Heimatmuseum“ wird alle zwei Jahre vom Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V., dessen Geschäftsführung beim Regierungspräsidium Stuttgart liegt, veranstaltet. Die sachkundige Jury hatte die Preisträger aus einer Vielzahl von Bewerbungen ausgewählt. Die Preise wurden mit jeweils 2.000 Euro dotiert.

Informationen zu den Preisträgern

Das Haus der Stadtgeschichte in Waiblingen, das aus dem ehemaligen Museum der Stadt hervorging, überzeugt mit einer völlig neuen und außergewöhnlichen Konzeption. Bei der Darstellung des Lebens und Arbeitens in Waiblingen stehen dabei weniger die Vollständigkeit und eine chronologische Präsentation, sondern ausgewählte Schlüsselthemen im Vordergrund:

- Wirtschafts- und Hausgeschichte

- Leben und Arbeiten

- Aufbruch und neue Wege.

Die Ausstellung erfolgt in Zeitschnitten und Zeitsprüngen. Zeitschnitte sind dabei Momentaufnahmen, bei denen ein Thema (z.B. Handwerk) unter vielen verschiedenen Aspekten und Fragestellungen zu einem genau definierten Zeitpunkt beleuchtet wird. Demgegenüber ist ein Zeitsprung die Darstellung eines Themas über einen langen Zeitraum. Interessant dabei ist, dass sich bei den Zeitschnitten die Epoche, die jeweils beleuchtet wird, in den für die Präsentation verwendeten Materialien widerspiegelt und Geschichte damit erleb- und erfahrbar gemacht wird.

Daneben besteht das Museum durch den Einsatz aufwendiger audiovisueller Medien, von denen vor allem die animierten Stadtmodelle erwähnt werden sollen, mit deren Hilfe einzelne Aspekte der Stadtgeschichte mit außerordentlicher Plastizität vermittelt werden.

Ein professionelles wissenschaftliches Team sorgt für eine überaus wahrheitsgetreue und objektive Geschichtsvermittlung. Allerdings ist auch über ein Dutzend ehrenamtlicher Tätiger, vor allem aus den Reihen des Heimatvereins, in mehreren Arbeitskreisen für das Museum tätig.

Das Museum bietet ein reichhaltiges museumspädagogisches Begleitprogramm, dessen Einzelveranstaltungen auf  die jeweilige Zielgruppe (Erwachsene, Kinder, Familien) zugeschnitten sind. Nicht unerwähnt bleiben soll auch ein liebenswertes Detail: Die "Stadtratte" "Remsi", das beliebte Museumsmaskottchen, das vor allem die jüngsten Besucher durch das Museum begleitet.

Das FilderStadtMuseum, befindet sich bereits seit Anfang der 1980er Jahre in den jetzigen Räumlichkeiten in Filderstadt-Bonlanden und wurde in den Jahren 2011 bis 2014 neu konzipiert, mit der Maßgabe, dass es nunmehr alle fünf Stadtteile von Filderstadt darstellen soll. Einige be- stehende Ausstellungs-Highlights sind der Gemischtwarenladen, die Arrestzelle, die Küche und verschiedene handwerkliche Werkstätten. Diese wurden dabei gelungen in die neue Konzeption integriert.

Inhaltlich beschäftigt sich das Museum mit der Geschichte und den Besonderheiten der einzelnen Teilorte Filderstadts sowie der Darstellung des Alltags und des Arbeitslebens. Größeres Augenmerk wird dabei dem 20. Jahrhundert gewidmet: Der Entwicklung der Infrastruktur: Eisenbahn, Elektrifizierung, Telekommunikation und der Kriegs- und Nachkriegszeit.

Die Gestaltung des Museums ist überaus ansprechend und weist neben den Exponaten eine zeitgemäße bildliche und textliche Darstellung auf. Neben konventionellen Bild- und Textwänden werden auch digitale Bilderrahmen als ausgesprochen modernes Medium eingesetzt. Erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang auch die von Schülern in ehrenamtlicher Tätigkeit für Kinder hergestellten Audioguides. Deutlich wahrnehmbar ist dabei die wissenschaftliche Fundierung der Museumsarbeit. Insbesondere im Hinblick auf die Präsentation der Ortsgeschichte profitiert das Museum sichtbar von seinem professionellen Leiter, der - zugleich Leiter des Stadtarchivs - auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken kann. Allerdings leisten auch ehrenamtlich Tätige einen unerlässlichen Beitrag zum Betrieb des Museums. In diesem Zusammenhang ist insbesondere der Geschichts- und Heimatverein Filderstadt e.V. zu erwähnen, der mit Rat und Tat in die Museumsarbeit eingebunden ist.

Zahlreiche Aktivitäten und Sonderausstellungen sowie eine eigene Schriftenreihe erfüllen das Museum mit Leben. Jährlich finden zwei bis drei Sonderausstellungen statt, so beispielsweise die aktuelle Fotoausstellung "40 Jahre Filderstadt".

Das Stadtmuseum Gerlingen befindet sich seit 2011 in einer Phase der Neukonzipierung und wird Schritt für Schritt modernisiert sowie mit neuen Texttafeln, Orientierungsplänen und zeitgemäßen Medien ausgestattet. Dabei ist deutlich spürbar, wie sich das Museum entwickelt und die Präsentation der Ausstellung optimiert wird. Im Zentrum steht die Kultur- und Alltagsgeschichte Gerlingens. Anhand von Alltagsgegenständen wird die Entwicklung des Dorfes mit seinen Weingärtner-, Bauern- und Handwerkerfamilien dargestellt. In einem historischen Wohnhaus mit Scheune lässt sich dabei die Wohnkultur des frühen 20. Jahrhunderts erleben. Weil sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Gerlingen zahlreiche Ungarndeutsche angesiedelt haben, widmet sich ein Schwerpunkt der Präsentation diesem Thema.

Unter Einbindung ehrenamtlich Tätiger findet ein umfang- und abwechslungsreiches Begleitprogramm statt, das Angebot für verschiedene Zielgruppen umfasst: Workshops, Kindergeburtstagsfeiern, Museumsquiz und Führungen auf den Spuren des Museumsmaskottchens "Gockel Gero" für Kinder sowie Vorträge, Konzerte, Museumsfeste. Besonders erwähnenswert sind in diesem Zusammenhang die Kostümführungen durch die "Schwäbische Hausfrau" - eines oft bemühten Stereotyps - die sogar überregionale Beachtung finden.

Der Arbeitskreis Heimatpflege anerkennt mit der heutigen Auszeichnung, wie dieses seit 1982 bestehende Heimatmuseum durch eine schrittweise professionelle Modernisierung unter Einbeziehung des Ehrenamts mehr und mehr an Qualität gewinnt.