Start

Wir über uns

Mitgliedsvereine

Veranstaltungen

Ehrung 2002
Ehrung 2003
Ehrung 2004
Ehrung 2005
Ehrung 2006
Ehrung 2007
Ehrung 2008
Ehrung 2009
Ehrung 2010
Ehrung 2011
Ehrung 2012
Ehrung 2013
Ehrung 2014
Ehrung 2015
Ehrung 2016
Ehrung 2017

Heimatmuseum 2005
Heimatmuseum 2007
Heimatmuseum 2009
Heimatmuseum 2011
Heimatmuseum 2013
Heimatmuseum 2015

Heimattage

Wettbewerbe

Kontakt

Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
14.05.2004

Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement aus - Andriof: Ehrenamtliches Engagement verdient uneingeschränkte Anerkennung


Der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. zeichnet in diesem Jahr zum dritten Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege verdient gemacht haben. Regierungspräsident Dr. Udo Andriof: "Viele Bürgerinnen und Bürger tragen tagtäglich ehrenamtlich dazu bei, dass das Verständnis für unsere Heimat, für unsere Geschichte und unsere Traditionen gestärkt wird. Dies verdient unsere uneingeschränkte Anerkennung."

Seit seiner Gründung im Jahr 1986 ist der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. als Dachverband der in der Heimatpflege wirkenden Vereine und Verbände tätig. Darüber hinaus begleitet er die ausrichtenden Städte der Heimattage aus dem Regierungsbezirk Stuttgart, die im nächsten Jahr in Schorndorf stattfinden werden.

Heimatpflege umfasst die unterschiedlichsten Bereiche wie beispielsweise Schutz und Pflege der Natur und Landschaft, Erhaltung historischer Bausubstanz, die Pflege der Volksmusik, des Volkstanzes, des Chorgesangs, der Trachten und der Mundart sowie der Heimatgeschichte, der Heimat- und Freilichtmuseen, der Volks- und Landeskunde, des Volksbrauchtums und die Belange der Heimatvertriebenen. Diese Spannbreite der Aufgaben sowie die Zahl von 485.000 Mitgliedern in den Vereinen und Verbänden zeigen, dass sich der Begriff Heimatpflege geweitet und versachlicht hat und von vielen neu gesehen wird.

"Die Pflege von Heimat und Brauchtum ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Kultur. Heimat prägt unsere kulturelle Identität und deshalb ist Heimatpflege höchst modern", bemerkt Hans Heinz, der auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart als Vorsitzender wiedergewählt wurde. Stellvertretende Vorsitzende sind Gunter Dlabal vom Südwestdeutschen Gauverband der Heimat- und Trachtenvereine und Karl Walter Ziegler vom Bund der Vertriebenen, Landesverband Baden-Württemberg.

Die diesjährigen Preisträger sind: Herr Siegfried Bassler, Stuttgart, Frau Marlene Kuhnle, Leinfelden-Echterdingen, Herr Walter Rieg, Schorndorf, Herr Dr. Manfred Scheck, Vaihingen an der Enz, und Herr Wulf Wager, Altenriet.

Herr Siegfried Bassler (Stuttgart) beschäftigt sich in seiner Freizeit seit über 20 Jahren in vielfältiger Weise mit seiner schwäbischen Heimat Heslach. Er recherchierte unterschiedlichste Aspekte der Geschichte Heslachs, die dann u.a. als Tagebuch des Heslacher Weingärtners Philipp Jacob Stöckle 1777 - 1823, als Chronik 100 Jahre Matthäuskirche Heslach, als Heimatbuch Heslach, "Zwölf Hesliche Köpf", 100 Jahre SPD in Stuttgart, "Else Himmelheber, Widerstandskämpferin, Opfer, Mahnerin" veröffentlicht wurden. In schwäbischer Mundart trägt er bei Veranstaltungen Gedichte und Schüttelreime vor, die auch in zwei Büchern veröffentlicht wurden. Außerdem hat er zwei Theaterstücke geschrieben und inszeniert, die im Alten Feuerwehrhaus Süd in Stuttgart uraufgeführt wurden.

Frau Marlene Kuhnle (Leinfelden-Echterdingen) engagiert sich seit 1982 im Wander- und Heimatverein Leinfelden und seit 1987 im Kulturförderkreis Leinfelden. Sie sammelte und inventarisierte zwischenzeitlich über 2.000 historische Kulturgüter wie z.B. historische Photographien oder landwirtschaftliches Gerät, die von Bürgern aus Privatbesitz zur Verfügung gestellt wurden. Darüber hinaus organisierte sie eine Dauerausstellung "Vom Flachs zum Leinen" im Weberhäuschen und über 30 Wechselausstellungen im Leinfelder Haus (Heimatmuseum) mit unterschiedlichsten Themen wie z.B. alter Christbaumschmuck, vom Adler zum ICE, Landwirtschaft in unserer Stadt, 70 Jahre Landesflughafen, alte Puppen, Rund um Ostern u.v.m.. Sie engagiert sich bei der Organisation des jährlichen Wandertages und bei der Bewirtung des Filderkrautfestes.Herr Walter Rieg (Schorndorf) ist Gründungsmitglied des Schorndorfer Museumsfördervereines (1988) und bis heute Erster Vorsitzender. Er arbeitete im Museumsbeirat aktiv an der Erstellung eines Museumskonzeptes mit und setzte sich für die Erweiterung, Modernisierung und Professionalisierung des Schorndorfer Heimatmuseums zu einem attraktiven Stadtmuseum ein. Herr Rieg initiierte die Erarbeitung eines interaktiven Stadtmodells mit angeschlossener Luftbilddarstellung; dieses wurde 2001 bei der Einweihung des 2. Bauabschnittes des Museums in der Lateinschule an die Stadt übergeben. Derzeit arbeitet er an einem Projekt "Geologisches Modell des mittleren Remstales um Schorndorf" mit und plant die Realisierung eines Modells des römischen Gutshofes in Schorndorf-Schornbach.

Herr Dr. Manfred Scheck (Vaihingen an der Enz) ist Mitbegründer und Erster Vorsitzender des Vereines "KZ-Gedenkstätte Vaihingen an der Enz". Seinem Engagement ist zu verdanken, dass im Frühjahr 2002 der 1. Bauabschnitt der Gedenkstätte im Bereich des ehemaligen Konzentrationslagers "Wiesengrund" in Vaihingen an der Enz in Anwesenheit ehemaliger KZ-Häftlinge begonnen werden konnte. Er hat hierzu die Dokumentation "Das KZ vor der Haustür: Augenzeugen berichten über das Lager 'Wiesengrund' bei Vaihingen an der Enz" verfasst. Darüüer hinaus hat Herr Dr. Scheck eine Vielzahl landes- und stadtgeschichtlicher Darstellungen veröffentlicht wie z.B. "Der Enzweihinger Schulmeister Gottlieb Mittelberger - ein schwäbischer Amerikareisender im 18. Jahrhundert", "Heinrich Schickhardt und der Wiederaufbau nach den Bränden von 1617 und 1618" oder "Kriegsende und politischer Neubeginn in Vaihingen 1918/19". Er hält außerdem Vorträge zur lokalen und regionalen Geschichte.

Herr Wulf Wager (Altenriet, Landkreis Esslingen) ist seit 1979 Volkstanz- und Fahnenschwinglehrer. Er hat mehrere Gruppen wie z.B. die Volkstanzgruppe Degerloch im Schwäbischen Albverein, die Trachtengruppe und die Schwerttanzgruppe des Küüelesmarktes Bad Cannstatt und die Cannstatter Lumpenkapelle gegründet und war bzw. ist deren Leiter. Des weiteren erforschte er die historische Degerlocher Tracht und die Cannstatter Trachten. In der Narrengilde der Felben im Kübelesmarkt Bad Cannstatt ist er seit 1983 Maskenrat, seit 1993 stellvertretender Oberkübler und Brauchtumsreferent. Im Bereich Volkstanz und Volksmusik leitete er zahlreiche Seminare und ist Motor und Initiator vieler Projekte. Herr Wager ist seit 1999 Leiter der Cannstatter Mundarttage und Ideengeber, Initiator und Sprecher der Jury des "Sebastian-Blau-Preises für schwäbische Mundart".

Die Preise werden am 09. November 2004 in feierlichem Rahmen in Vaihingen/Enz von Regierungspräsident Dr. Udo Andriof und dem Landtagsabgeordneten Hans Heinz verliehen. Im nächsten Jahr wird der Arbeitskreis erstmals die vorbildliche Arbeit von Heimatmuseen auszeichnen. Im Vordergrund steht die wahrheitsgetreue Geschichtsvermittlung, die Dokumentation regionaler Entwicklungen und Besonderheiten sowie die lebendige Darstellung und Besucherfreundlichkeit sowie das ehrenamtliche Engagement.

Zeitungsbericht:
"Die stillen Schaffer mit demPrädikat 'echt gut'"
Bietigheimer Zeitung vom 17.11.2004