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Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
24. Oktober 2005

Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement aus - Andriof: Gemeinsinn, gelebte Solidarität und bürgerschaftliche Mitverantwortung sind in unserem Land zentrale und fest verankerte Werte

Regierungspräsident Dr. Udo Andriof und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Landtagsabgeordneter Hans Heinz, haben am Montagabend gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart verliehen. Andriof: „Ehrenamtliche Betätigung ist in unserer Gesellschaft nicht wegzudenken. Die hohe Bereitschaft zu ehrenamtlichem Engagement ist Ausdruck der Zufriedenheit der Menschen mit ihrer Heimat. Heimatpflege ist eine ständige Aufgabe, um die wir uns stets neu bemühen sollten.“

In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. bereits zum vierten Mal Personen und Gruppierungen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege engagiert haben. Andriof weiter: „ehrung und Dank tun jedem Menschen gut. Sie schaffen – wie auch das ehrenamtliche Wirken selbst – innere Befriedigung und geben Ansporn zu neuen Taten.“

Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhalten Herr Bürgermeister i.R. Heinrich Ehrmann (Ingelfingen), die Theaterspielgruppe Königsbronn, vertreten durch Herrn Rudi Neidlein, Herr Paul Künzel (Asperg), Herr Helmut Nachtrieb (Winterbach) sowie Frau Ilse Saur (Möckmühl).

Herr Heinrich Ehrmann (Ingelfingen) widmete sich nach seiner dreißigjährigen Amtszeit als Bürgermeister, in die auch die Integration der Heimatvertriebenen fiel, mit hohem persönlichen Engagement der Erforschung der Ingelfinger Heimatgeschichte und verfasste hierzu zahlreiche Veröffentlichungen sowohl zu örtlichen Sehenswürdigkeiten wie die Burgruine Lichteneck, den Friedhof, die Nikolauskirche oder die Kesselmühle als auch zu geschichtlichen Themen wie beispielsweise die Revolution 1848 oder 350 Jahre Westfälischer Friede. Für das Heimatbuch hat er die jüngere Geschichte Ingelfingens von 1945 bis 1980 aufgearbeitet. Für zahlreiche Festschriften anlässlich verschiedener Vereinsjubiläen hat er die geschichtliche Aufarbeitung übernommen und bei vielen Jubiläumsveranstaltungen den Festvortrag gehalten. Darüber hinaus beschäftigte sich Herr Ehrmann mit dem schwäbischen Lyriker und Redakteur Cäsar Flaischlen (Verfasser des Liedtextes „Hab Sonne im Herzen, ob’s stürmt oder schneit ...“), der zwei Sommer zeitweise im Fürstenschloss in Ingelfingen lebte. Neben seinem Steckenpferd, der örtlichen Ahnenforschung, engagiert sich Herr Ehrmann bis heute bei Stadt- und Schlossführungen.

Die Theaterspielgruppe Königsbronn wurde 1980 gegründet. Sie hat sich mit ihren Aufführungen in schwäbischer Mundart um die Heimatpflege verdient gemacht. Unter der Leitung des Vorsitzenden und Regisseurs, Herrn Rudi Neidlein, wurde im Sommer 1982 die Posse „Einen Jux will er sich machen“ von Johann Nestroy aufgeführt. In den Folgejahren kamen Stücke wie „Der Schneider von Ulm“, „Der fröhliche Weinberg“, „Was ihr wollt“, „Die Weiber von Schorndorf“ oder „Don Camillo und Peppone“ zur Aufführung. Die 1996 gegründete Jugendgruppe der Theaterspielgruppe Königsbronn hat 1997 das Kinderstück „Der Froschkönig“ und 1999 das Stück „Rumpelstilzchen“ aufgeführt. Die Anzahl der Schauspieler vergrößerte sich ständig auf heute über 60 Mitwirkende. Im Laufe der Jahre fanden immer mehr Besucher den Weg zur Freilichtbühne vor dem Barock-Rathaus. Die Theaterspielgruppe Königsbronn ist auch überregional bekannt ist. In der Saison 2005 kamen fast 3.000 Zuschauer nach Königsbronn.

Herr Paul Künzel (Asperg) wurde in Braunau im Sudentenland geboren und lebt seit 1952 in Asperg. Er ist seit Jahrzehnten ehrenamtlich in den Vertriebenenverbänden und bei der Deutschen Jugend in Europa (DJO) tätig. Seit 1957 engagiert er sich im Heimatkreisrat und im Vorstand des Heimatkreises Braunau in der Jugendarbeit. Bei der Heimatgruppe Stuttgart ist er seit 15 Jahren stellvertretender Leiter. Er hat sowohl beim Bund der Vertriebenen in Asperg als auch beim Landesvorstand des Bundes der Vertriebenen seit Jahrzehnten das Amt des Kassiers inne. Besonders engagiert sich Herr Künzel auf dem Gebiet der Jugendarbeit. Er gründete 1957 die Braunauer Jugend, die Jugendorganisation des Heimatkreises Braunau, und 1960 die Gruppe Bietigheim der Deutschen Jugend in Europa. Seit 1992 finden gegenseitige Besuche von Jugendlichen aus und in Braunau statt. Herr Künzel trägt somit zur Verständigung innerhalb Europas bei. Er brachte sich darüber hinaus im Stadtjugendring Bietigheim-Bissingen, im Kreisjugendring Ludwigsburg, in der Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände, dessen Vorsitzender er jahrzehntelang war, und als Gründungsmitglied des Stadtjugendringes Asperg ein. Des weiteren ist Herr Künzel Mitbegründer des DJO-Volkstanzkreises „Sudeten“ Asperg-Ludwigsburg.

Herr Helmut Nachtrieb (Winterbach) hat seit 1967 zusammen mit seiner Frau in unzähligen Arbeitsstunden das Winterbacher Dorf- und Heimatmuseum aufgebaut und eingerichtet. Als Motor und treibende Kraft hat er mit viel Idealismus und Tatkraft dafür gesorgt, dass sich das Heimatmuseum heute als Schmuckstück präsentiert. Im Zusammenwirken mit der „Rentnertruppe“ des Heimatmuseums hat Herr Nachtrieb dazu beigetragen, dass mit kulturellen Angeboten wie beispielsweise Musikveranstaltungen, Vorträgen und Ausstellungen Leben ins Museum und in den idyllischen Museumsgarten einzieht. Am Winterbacher Heimatbuch hat Herr Nachtrieb maßgeblich an den kapiteln „Dorf und Herrschaft - Winterbach im Spätmittelalter“, „Winterbach in den Bauernkriegen“, „Im 18. Jahrhundert“ mitgearbeitet, und die kapitel „Winterbacher Bräuche - früher und heute“, „Besondere Winterbacher - Lebensbilder aus den 19. Jahrhundert“ und „Die Winterbacher Hut und die Engelberger Hut“ (alte Bezeichnung für einen Forstbezirk) verfasst. Darüber hinaus hat er die nach verschiedenen Themenbereichen geordneten „Winterbacher Anekdoten“ veröffentlicht.

Frau Ilse Saur (Möckmühl) setzt sich seit mehreren Jahrzehnten ehrenamtlich für die Erforschung und Vermittlung der Geschichte ihrer Heimatstadt Möckmühl ein. Sie hat an der Konzeption und Einrichtung des 1988 begründeten Heimatmuseums mitgearbeitet und sorgt als ehrenamtliche Museumsleiterin beispielsweise durch Sonderausstellungen, für neue Akzente. Ferner wird das städtische Archiv von Frau Saur ehrenamtlich betreut. Sie hat die Entwicklung der städtischen Tracht erforscht und dabei auch ihren Blick auf die sozialen Lebensverhältnisse gelenkt. Zwischenzeitlich hat Frau Saur drei Bildbände über die Altstadt sowie das Leben und Arbeiten der Menschen in Möckmühl in vergangenen Zeiten herausgegeben. Des weiteren hat sie einen historischen Stadtführer nach dem Stadtplan von 1834 erarbeitet und ihre Forschungen über die Möckmühler Stadtbefestigung in der gemeinsam mit Herrn Dr. Walther-Gerd Fleck herausgegebenen Publikation sowie einer Ausstellung über die Stadttore und Türme dokumentiert. Seit 1998 leitet Frau Saur den Heimatkundlichen Arbeitskreis.



>Zeitungsbericht:
"Hohe Auszeichnung für Helmut Nachtrieb'",
Schorndorfer Nachrichten vom 26.10.05