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Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
16. Oktober 2006

Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement aus - Andriof: Ehrenamtliches Engagement wichtig für die Gesellschaft

Regierungspräsident Dr. Udo Andriof und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Landtagsabgeordneter Hans Heinz, haben am Montagabend, 16. Oktober 2006, gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart an Personen, die sich der Heimatpflege in besonderer Weise verdient gemacht haben, verliehen. „Ehrenamtliches Engagement wird oft unterschätzt, übersehen oder als selbstverständlich hingenommen. Dabei funktioniert vieles in unserer Gesellschaft nur, weil es Menschen gibt, die mehr tun als sie müssten“, so Andriof. Dieses Engagement nützt allen, auch den Ehrenamtlichen selbst. „Wissenschaftliche Untersuchungen weisen nach, dass Menschen, die sich engagieren, zufriedener sind und eine positive Einstellung zum Leben haben.“

In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. bereits zum fünften Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege engagiert haben.
Gerade in Zeiten fortschreitender Globalisierung sei die Heimat das Fundament, das Halt und Orientierung gebe und sozialen Zusammenhalt erfahren lasse. Andriof weiter: „Niemand darf Heimat für sich allein reklamieren. In einem Europa der Nationen finden auch ausländische Mitbürger hier ihre Heimat und tragen zur kulturellen Vielfalt in unserem Land bei. Die Integration der bei uns lebenden Ausländer ist eine große gesellschaftliche Aufgabe und kann nur dann gelingen, wenn diese sich hier heimisch fühlen, ohne zugleich ihre eigenen Werte, ihre kulturelle Identität aufgeben zu müssen.“

Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhalten Frau Andrea Muckenfuß, Winterbach, Herr Hans-Peter Bühler, Nürtingen, Herr Wilfried Hünemörder, Herrenberg, Herr Helmut Kuhn, Heidenheim, sowie Herr Professor a.D. Konrad Plieninger, Rechberghausen.

Im Rahmen dieser Veranstaltung wurde außerdem Herrn Helmut Pfitzer aus Markgröningen die Heimatmedaille Baden-Württemberg nachträglich überreicht. Herr Pfitzer war an dem Termin zum Festakt der Verleihung der Heimatmedaille am 07. September 2006 in Wertheim verhindert.

Herr Hans-Peter Bühler (Nürtingen) identifiziert sich seit seiner Jugend mit der heimatlichen Landschaft und Ökologie und war mit 17 Jahren jüngster Nürtinger Stadtführer. Mit großem Einsatz hat er sich für den Erhalt der historischen Kreuzkirche (1455), die seit 1986 für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird, eingesetzt und eine baugeschichtliche Studie über dieses Baudenkmal verfasst. Hans-Peter Bühler trug wesentlich dazu bei, dass im Jahr 1983 die Fotoausstellung „Bilder einer Stadt - Nürtingen damals und heute“ in der Kreuzkirche zustande kam. Bereits als Jugendlicher recherchierte er die Geschichte der Juden in Nürtingen. Im Nürtinger Stadtmuseum organisierte er eine große Sonderausstellung über das Schaffen des im Jahr 2000 verstorbenen Künstlers und Zahnarztes Dr. Anton Mayer. Das Kochbüchle in gereimter Form „So mag i’s“ von Else Henle aus dem Jahr 1892 überarbeitete er und gab es neu heraus. Seit Anfang der neunziger Jahre entstanden bei den „Turmdichtern“, wie sich die Freizeitliteraten nannten und zu denen auch Hans-Peter Bühler gehörte, vor allem Gedichte, die Hans-Peter Bühler unter dem Titel „Dichterfahnen“ herausgab.

Herr Wilfried Hünemörder (Herrenberg) erforschte die Geschichte von Herrenberg-Kayh und machte diese bei verschiedenen Anlässen wie Vereinsfesten und naturkundlichen Führungen publik. Verschiedene Festumzüge, u.a. der historische Festumzug anlässlich der 800-Jahr-Feier von Kayh im Jahr 1990, wurden von ihm federführend unter Darstellung der Geschichte, der örtlichen Landwirtschaft und des Handwerks sowie des örtlichen und regionalen Brauchtums organisiert. Seither werden im Zweijahresrhythmus von der Arbeitsgemeinschaft der Kayher Vereine Dorffeste veranstaltet, die stets unter historische Themen gestellt werden. Bei der Sanierung und dem Umbau eines alten Bauernhäuschens zum Heimatmuseum war er treibende und initiierende Kraft. Beim 1997 gegründeten Kayher Heimatgeschichts- und Trachtenverein war Wilfried Hünemörder bis 2004 erster Vorsitzender. Als langjähriger Ortschaftsrat und Gemeinderat hat sich Wilfried Hünemörder für die Sanierung der ehemaligen Kelter aus dem Jahr 1708 eingesetzt. Diese ist heute als Bürger- und Vereinshaus ein kultureller Mittelpunkt Kayhs.

Herr Helmut Kuhn (Heidenheim an der Brenz) begann mit 19 Jahren seine Theaterlaufbahn als Techniker und Schauspieler bei den Heidenheimer Volksschauspielen. Er war stellvertretender Vorsitzender der Heidenheimer Volksschauspiele und ist heute Ehrenvorsitzender. 1970 wurde er Vorsitzender des Baden-Württembergischen Landesverbandes für Volksbühnenspiele e.V.. Der Baden-Württembergische Landesverband für Volksbühnenspiel und die Arbeitsgemeinschaft Spiel und Theater Nordbaden fusionierten 1972 zum Landesverband der Amateurtheater Baden-Württemberg e.V.. In seinen 34 Jahren als Vorsitzender und Präsident (bis 2004) hat Helmut Kuhn den Landesverband der Amateurtheater Baden-Württemberg e.V. zu einem Dachverband auf- und ausgebaut. Die Anzahl der Mitgliedsbühnen ist auf fast 600 angewachsen. Helmut Kuhn war Vorsitzender des Bundesbeirats im Bund Deutscher Amateurtheater und Vizepräsident des Bundes. Seit vielen Jahren bringt sich Helmut Kuhn als Vertreter des Landesverbandes der Amateurtheater im Vorstand des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. ein.

Frau Andrea Muckenfuß (Winterbach) ist seit ihrer Kindheit Mitglied im Schwäbischen Albverein und war in der Ortsgruppe Sontheim-Heroldstatt lange Jahre Jugendleiterin und Jugendtanzleiterin. Als 1988 der Volkstanzrat, heute Kulturrat, im Schwäbischen Albverein ins Leben gerufen wurde, war Andrea Muckenfuß das jüngste Mitglied. Seither setzt sie sich für die Belange des Kulturbereiches im Schwäbischen Albverein ein. Sie war maßgeblich an der Entwicklung eines Projektes zur Ausbildung von jungen Tanzleitern beteiligt. Seit 2001 haben fast 100 Jugendliche das Tanzleiterjugend-Zertifikat erhalten. Ihr Organisationstalent und ihre Hilfsbereitschaft bringt Andrea Muckenfuß bei der Vorbereitung des alljährlich in einer anderen baden-württembergischen Stadt stattfindenden Albvereinsfestes ein. Sie ist hierbei maßgeblich an der Gestaltung des Kulturprogramms beteiligt. Tanzgruppen des Schwäbischen Albvereins sowie internationale Gastgruppen treten hierbei auf verschiedenen Bühnen auf. Ein Konzert mit traditioneller Musik gehört ebenso zum Programm wie der „Danz“, auf dem alle Teilnehmer traditionelle Tänze tanzen.

Herr Professor a. D. Konrad Plieninger (Rechberghausen) ist seit 1968 Mitglied des Geschichts- und Altertumsvereines Göppingen e.V. und gehört dem Arbeitskreis „geschichte regional“ an. Der Arbeitskreis hat unter Mitwirkung von Konrad Plieninger mehrere Arbeitshefte für den Geschichtsunterricht herausgegeben. Zu den seit 1991 jährlich erscheinenden gemeinsamen Jahrbüchern der historischen Vereine von Göppingen und Geislingen erarbeitet Konrad Plieninger jeweils wesentliche Beiträge. Für den Arbeitskreis Heimatgeschichte Rechberghausen wirkte er an dem Band über die Geschichte Rechberghausens mit. Im Jahr 2002 hat Konrad Plieninger als ehrenamtlicher Archivpfleger die Archivalien und Bücher des katholischen Pfarrarchivs Rechberghausen geordnet, gesichtet und ein umfassendes Verzeichnis erstellt. In zahlreichen Vorträgen und Studienfahrten hat er Interessierte an seinen Forschungen und an neuen Erkenntnissen teilhaben lassen. Konrad Plieninger setzt sich dafür ein, die vor fast 40 Jahren stillgelegte untere Mühle als funktionierendes Denkmal wieder Besuchern zugänglich zu machen.

Herr Helmut Pfitzer (Markgröningen) ist heute wohl einer der bekanntesten schwäbischen Mundartkünstler. Seine Bandbreite reicht von poetischen Chansons bis zu humorvoll-satirischen Texten über die schwäbische Mentalität. Helmut Pfitzer ist Schatzmeister beim Schwäbischen Albverein und engagiert sich als Mitglied des Kulturrats und Beauftragter für die Mundart. Auf seine Initiative hin haben sich eine Vielzahl von Mundartbühnen etabliert, denen er stets mit Rat und Tat zur Seite steht. Lange Zeit im öffentlichen Leben unter Wert gehalten und oftmals verunglimpft, ist heute hinsichtlich der Mundart eine Bewusstseinsentwicklung zu spüren: man steht zu seinem Dialekt, hat keine Scheu ihn zu benützen, ohne sich auf der anderen Seite damit von anderen elitär abgrenzen zu wollen. Sein eigenes künstlerisches Wirken währt schon über zwei Jahrzehnte. Er hat sich in verschiedenen Gruppen, aber auch als Solokünstler im Mundartbereich einen Namen gemacht. Mit Reinhold Hittinger zusammen bildet er das "Duo Aurezwicker". Mit seinem sehr breiten Spektrum an musikalischen und literarischen Begabungen hat er Lieder komponiert und Geschichten und Gedichte geschrieben.