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Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart,
25. Oktober 2007

Heimatpflege im Regierungsbezirk
Arbeitskreis Heimatpflege zeichnet ehrenamtliches Engagement aus
Andriof: Ehrenamtliches Engagement wichtig für die Solidarität in unserer Gesellschaft

Regierungspräsident Dr. Udo Andriof und der Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege, Hans Heinz MdL, haben am heutigen Donnerstagabend, 25. Oktober, gemeinsam die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart an Personen verliehen, die sich in der Heimatpflege in besonderer Weise verdient gemacht haben.

„Ehrenamtliche Betätigung ist in unserer Gesellschaft nicht wegzudenken“, so der Regierungspräsident. „Der Staat kann und soll auch nicht alle Aufgaben selbst übernehmen. Das ehrenamtliche Engagement seiner Bürgerinnen und Bürger ist wichtig für die Solidarität und die Identifikation mit der Gesellschaft. Es bedarf der Stärkung und der Anerkennung durch den Staat, der auch durch günstige Rahmenbedingungen dieses Engagement nachhaltig unterstützt. Mit der Verleihung der Ehrennadel will der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart das Engagement jedes Einzelnen für die Heimat würdigen“.

In diesem Jahr zeichnet der Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Stuttgart e.V. bereits zum sechsten Mal Personen aus, die sich auf lokaler oder regionaler Ebene auf vielfältige Weise in der Heimatpflege besonders engagiert haben.

„Gerade in der zum globalen Dorf geschrumpften Welt steigt der Stellenwert von Heimat.“ Andriof weiter: „Eine Hetzjagd auf ausländische Mitbürger, die Zerstörung des jüdischen Friedhofes in Freudental vor wenigen Tagen, beschädigt die Heimat, die wir wollen. Gewalt und Ausländerfeindlichkeit sind Bestrebungen, die eine Demokratie nicht dulden darf und konsequent bekämpfen muss. Hier ist Zivilcourage geboten, um allen hier lebenden Menschen Heimat und Geborgenheit zu geben und die Solidarität untereinander zu bewahren."

Die in diesem Jahr verliehene Auszeichnung erhalten Frau Charlotte Heß, Fellbach, Herr Eberhard Bohn, Murrhardt, Herr Hans Dietl, Steinheim an der Murr, Herr Hartmut Nadler, Nürtingen sowie Herr Eduard Smetana, Stuttgart.

Herr Eberhard Bohn (Murrhardt) setzt sich seit vielen Jahren unermüdlich und mit Leidenschaft für die Erhaltung der alten Mühlen im Schwäbischen Wald ein und hat sich hierbei nicht nur regional, sondern auch landesweit bedeutsame Verdienste erworben. Als gelernter Mühlenbauer kann er sein Wissen und Können bei der Restaurierung von Mühlrädern in traditioneller Handwerkstechnik einsetzten. Seit vielen Jahren führt er fachlich und selbstlos Wanderer und Mühlenfreunde durch die Welt der Mühlen. In dem Periodikum für Mühlenkunde und Mühlenwesen „Der Mühlestein“ veröffentlichte er Aufsätze über das Mühlenwesen. Eberhard Bohn ist exzellenter Heimatforscher und hat u.a. das Heimatbuch „Kirchenkirnberg, ein Pfarrdorf an der Grenze“ veröffentlicht. Er hat Sagen und Geschichten aus dem nördlichen Rems-Murr-Kreis zusammengetragen und in dem Buch „Erdluitlen“ herausgegeben. Eine weitere Leidenschaft ist das Sammeln von Mühlenmärchen - Geschichte und Geschichten um die Mühlen liegen ihm am Herzen.

Herr Hans Dietl (Steinheim an der Murr) beschäftigt sich seit Jahrzehnten als ehrenamtlicher Heimatpfleger mit der Orts- und Regionalgeschichte Steinheims und des Bottwartals. Er verfasst Bücher zu heimatkundlichen Themen und Beiträge zu den heimatkundlichen Beilagen der Ludwigsburger Kreiszeitung und der Steinheimer Nachrichten sowie den „Geschichtsblättern aus dem Bottwartal“. Er veranstaltet Vorträge, Stadtführungen und ist Führer im Urmensch-Museum. Herr Dietl betreut ehrenamtlich das Stadtarchiv und das Museum für Kloster- und Stadtgeschichte, dessen Ausstellungskonzeption von ihm maßgeblich erarbeitet wurde. Er setzt sich für die Geschichte der Flößerei ebenso ein wie für die Sicherung und Konservierung vom Zerfall bedrohter Zeugen der Vergangenheit. Im Rahmen der Aktion Kleindenkmale in Baden-Württemberg hat er Kleindenkmale in Steinheim erfasst und dokumentiert. Seit 1978 ist er ehrenamtlicher Mitarbeiter des Landesamts für Denkmalpflege. Hans Dietl zählt zu den Gründungsmitgliedern der Ortsgruppe Steinheim des Schwäbischen Albvereins und des Historischen Vereins Bottwartal e.V., dessen Vorstand er 25 Jahre angehörte.

Frau Charlotte Heß (Fellbach) setzt sich seit ihrer Jugend für die Erhaltung von Lebenszeugnissen der Vorfahren ein. Sie sammelt und archiviert Hausrat, Arbeitsgeräte, historische Kleidung und Wäsche des bäuerlichen und weingärtnerischen Alltagslebens. Ihr denkmalgeschütztes bäuerliches Anwesen ermöglicht ihr, die gesammelten Gegenstände adäquat zu präsentieren. Frau Heß dokumentiert die Geschichte historischer Bauten im Remstal. Sie hat bei historischen Frauenprojekten der Stadt Fellbach wie z. B. „Frau und Beruf. Die Entwicklung weiblicher Erwerbsarbeit in Fellbach, Schmiden und Oeffingen“ mitgearbeitet. In der Vorweihnachtszeit 2005 hat sie zusammen mit Frau Dr. Gabriele Katz im Stadtmuseum Fellbach die Ausstellung „Weihnachten wie es früher war - in Fellbach, Schmiden und Oeffingen“ präsentiert. Die Fellbacher Bürger konnten ihre Traditionen mitteilen sowie persönliche adventliche und weihnachtliche Gegenstände und Fotos einbringen. Es gelang ihr, tiefe Einblicke in die Zeitumstände der Jahre 1914 - 1960, in persönliche Schicksale, in das Weihnachten in Fellbacher Arbeiterfamilien oder in pietistischen Gemeinschaften zu gewähren.

Herr Hartmut Nadler (Nürtingen) ist seit über 20 Jahren Mitglied im Volkstanzkreis Plochingen und in der Arbeitsgemeinschaft der Sing-, Tanz- und Spielkreise in Baden-Württemberg. Seit 1987 ist Hartmut Nadler Tanzleiter und seit 2000 Erster Vorsitzender des Volkstanzkreis Plochingen. Die Gruppe hält jährlich einen Volkstanzlehrgang zur Verbreitung der traditionellen baden-württembergischen und der gesamtdeutschen Volkstänze ab und führt ein Volkstanzfest durch. Des weiteren tritt die Gruppe regelmäßig im In- und Ausland auf und pflegt Kontakte zu ausländischen Gruppen. Seit 1991 ist Herr Nadler in verantwortlichen Positionen in der Tanzleiterausbildung engagiert. Er hat als Referent bei der jährlichen Volkstanzwoche der AG Sing-, Tanz- und Spielkreise begonnen und war Leiter des Ausbildungs- und Nachwuchskreises Südwestdeutscher Spielkreise. Seit 1994 ist er bei der Volkstanzwoche Technischer Leiter und für die Finanzen verantwortlich. Die Loseblattsammlung von Volkstänzen aus Baden-Württemberg „Unsere Tanzblätter“, die von der AG Sing-, Tanz- und Spielkreise herausgegeben wird, betreut Herr Nadler seit 1996 als Redaktionsmitglied und Mitherausgeber.

Herr Eduard Smetana (Stuttgart) ist seit über 40 Jahren im Amateurtheaterbereich in der Region Stuttgart und darüber hinaus tätig. Beim Landesverband der Amateurtheater Baden-Württemberg ist Herr Smetana seit vielen Jahren Ausbildungsreferent mit Schwerpunkt Mundart. Die Internationalen Amateurtheatertage in Göppingen betreute er über 25 Jahre als Fachleiter. In den 28 Jahren, in denen Eduard Smetana ein eigenes Ensemble geleitet hat, hat er über 80 Inszenierungen - vom Freilichttheater über Kindertheater bis zum Studio-Experiment - zur Aufführung gebracht. Er wirkt in Theaterstücken der Konstanzer Puppenbühne mit. Eduard Smetana ist seit vielen Jahren Übersetzer von Theaterstücken in die Schwäbische Mundart wie z.B. „Arsen ond Spitzahaub“, das von der Württembergischen Landesbühne Esslingen gespielt wurde, oder „Jedermann“ von Hoffmannsthal. Gemeinsam mit dem SWR entstand unter seiner Regie eine Dokumentation über den Schriftsteller und Dramatiker Friedrich Wolf. Er war Jurymitglied beim Volkstheaterpreis und beim Kleinkunstpreis des Landes Baden-Württemberg.

>Zeitungsbericht: "Heimatpflege ist wie ein Virus", Ludwigsburger Kreiszeitung vom 26.10.2007